Das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ist heute von einer hohen Pluralität der Lebenswelten (Familie, Schule, Peers und Medien) ge-kennzeichnet. Die damit einhergehende Vervielfältigung von Bildungsverläufen und Lebensentwürfen stellt Kinder und Jugendliche vor neue Her-ausforderungen, die sich, neben den sich ausweitenden Wahlmöglichkeiten und Entscheidungspflichten, auch auf den Umgang mit der eigenen Personen und den Mitmenschen im Kontext dieser Lebenswelten beziehen. Die Persönlichkeitsentwicklung erfährt dadurch eine zentrale Bedeu-tung, da an diese die gesellschaftliche Verortung geknüpft ist, der Verlust verbindlicher gesellschaftlicher Orientierung (Normen, Werte), die Persön-lichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen ungleich erschwert.
Diesem Umstand nimmt sich der Fachbereich Kinder- und Jugendarbeit/ Jugendsozialarbeit durch die Gestaltung von lebensweltbezogenen und bedarfsorientierten Angeboten, im Rahmen der offenen Jugendarbeit, der Sozialarbeit an Schule und den Schulprojekte/ Jugendberufshilfe, an.

Offene Jugendarbeit

Die Einrichtungen der Jugendarbeit, dazu zählen die Jugendbasis Alpha 1 und der Anwohnertreff Paule49, bieten den Kindern und Jugendlichen, neben vielfältigen Kreativ-, Sport- und Bildungsangeboten, vor allem Frei- und Schutzräume, in denen sie sich im Umgang mit anderen Kindern und Jugendlichen sowie den eigenen Lebensentwürfen und Rollenbildern üben können. Dem Prinzip der Freiwilligkeit gemäß, stellt der offene Zugang der Einrichtungen sicher, dass es sich bei den Besuchern um die „richtigen“ Teilnehmer handelt. Absprachen und die beständige Konsolidierung von Gruppenregeln vermitteln den Jugendlichen soziale Kompetenzen hinsichtlich der Gemeinschaftsfähigkeit, der Kommunikations-, Kritik-, Koopera-tions- und Konfliktfähigkeit.
Neben den Gruppenangeboten fungieren die sozialpädagogischen Fachkräfte darüber hinaus als Ansprechpartner für individuelle Konflikt- und Problemlagen. Die je nach Bedarfslage in die Vermittlung von externen Hilfen bspw. seitens des Jugendamtes, des Grundsicherungsamtes sowie der Schuldner- oder Erziehungsberatung münden können.
Besonderes Augenmerk der Einrichtungen der offenen Jugendarbeit gilt der Kinder- und Jugendbeteiligung. Zur Hinführung zu sozialem Engage-ment und gesellschaftlicher Mitverantwortung sind die Kinder und Jugendlichen nicht nur an Planung und Umsetzung der Angebote, Veranstaltun-gen und Ausflügen beteiligt, sondern wirken an der Tagesablauf und –struktur der Einrichtung partizipativ und eigenverantwortlich mit.

Sozialarbeit an Schule

Der Träger JuSeV ist bereits seit 1995 im Arbeitsfeld der Sozialarbeit an Schule tätig. Aktuell befinden sich 4 Standorte der Sozialarbeit an Schule in der Trägerschaft von JuSeV.
Während die Projekte der offenen Jugendarbeit, aufgrund ihrer Komm- Struktur, nur eine begrenzte Zielgruppe erreichen, richtet sich die Sozialar-beit an Schule, an eine breite Adressatenschaft. Die Unterstützung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen stellt auch hier den wesentlichen Auftrag dar, allerdings unterliegt diesem eine deutliche Akzentuierung auf dem schulischen Erfolg. Folglich auf der Bewältigung von schulischen, familiären und/ oder individuellen Problemlagen, die den Bildungserfolg des/ der Schüler_in nachteilig beeinflussen.
Gemäß ihres nonformalen Bildungsauftrages, arbeiten die einzelnen Projekte der Sozialarbeit an Schule mit der trägerinternen Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch und externen Bildungspartnern zusammen. Zu diesen Kooperationen zählen Bildung- und Partizipationsveranstaltun-gen wie Klassensprecherseminare, Jugendbegegnungen und die „Tage der ethischen Orientierung“, sowie Präventionsangebote zu Themen wie Sucht, Mobbing und sexueller Aufklärung, die in Kooperation mit der Polizei oder Pro Familia durchgeführt werden.

Schulprojekte/ Jugendberufshilfe

Der Bereich Schulprojekte/ Jugendberufshilfe ist seit 10 Jahren an der Schnittstelle von Schule und Jugendhilfe, insbesondere am Übergang Schule – Beruf, tätig. Im Gegensatz zur Sozialarbeit an Schule, richten sich die Projekte des Bereiches auf die Zielgruppe der stark benachteiligten Jugendlichen mit multifaktoriellen Problembündeln, die schulverweigerndes Verhalten zeigen. Dementsprechend wurden Projekte zur Vermeidung von Schulabbrüchen bei schulverweigernden Jugendlichen (WerkStattSchule, Die 2. Chance) und zur Aktivierung und beruflichen Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen (In Connection) umgesetzt. Auf diese Zielgruppe abgestimmte Methoden der sozialen Gruppenarbeit wer-den mit individualisierten Coaching-Prozessen verknüpft um ein hohes Maß an Nachhaltigkeit zu erzielen. Mit der integrativen Lerngruppe MOVE und dem Projekt Richtungs.wxl folgen auch die aktuellen Projekte der Verortung am Übergang von Schule- Beruf.
Als bisher einziger Bereich sind die Schulprojekte/ Jugendberufshilfe AZAV-zertifiziert und verfügen über ein modernes QM-System in Anleh-nung an die ISO 9001:2008 Norm.

Ansprechperson

Marko Röstel

Bereichsleiter

03361-7477724

Postanschrift

Geschwister-Scholl-Straße 16
15517 Fürstenwalde (Spree)